Was Sie in drei Wochenenden lernen, womit Sie arbeiten und was am Ende in Ihren Händen liegt.
Der Praxiskurs Messerschmieden für Einsteiger umfasst drei Wochenendtermine in der Werkstatt in Bonn. Jeder Termin dauert jeweils einen ganzen Tag. Die Termine bauen aufeinander auf und sind inhaltlich aufeinander abgestimmt. Am Ende des dritten Wochenendes haben alle Teilnehmer ein vollständig fertiggestelltes Küchenmesser aus Kohlenstoffstahl in den Händen, das sie selbst geschmiedet, gehärtet, geschliffen und mit einem Griff versehen haben.
Der Kurs ist für Einsteiger konzipiert. Handwerkliche Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung. Alle benötigten Materialien, Werkzeuge und Schutzausrüstungen sind im Kurs enthalten. Jeder Teilnehmer arbeitet an einem eigenen, vollständig ausgestatteten Schmiedeplatz mit eigenem Amboss.
Der erste und grundlegende Schritt ist das Schmieden. Ein Kohlenstoffstahl-Rohling wird im Feuer auf Schmiedetemperatur erhitzt und anschließend mit dem Hammer auf dem Amboss in Form gebracht. Sie lernen die grundlegenden Hammertechniken: Strecken, Formen, Richten. Die Klingengeometrie, also Länge, Breite, Dicke und Klingenform, wird in diesem Schritt festgelegt. Das Schmieden erfordert Konzentration und ein Gespür für die Temperatur des Stahls, die sich an der Farbe des glühenden Metalls ablesen lässt.
Die Wärmebehandlung ist der entscheidende Schritt, der aus einem geformten Stahlstück ein funktionsfähiges Messer macht. Beim Härten wird die Klinge auf eine bestimmte Temperatur erhitzt und dann schnell in Öl oder Wasser abgeschreckt. Dadurch nimmt der Kohlenstoffstahl eine hohe Härte an, wird aber auch spröde. Das anschließende Anlassen bei niedrigerer Temperatur reduziert die Sprödigkeit und stellt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Härte und Zähigkeit her. Sie verstehen nach diesem Schritt, warum Wärmebehandlung keine Magie ist, sondern kontrollierte Metallurgie.
Nach der Wärmebehandlung beginnt das Schleifen. Mit dem Bandschleifer wird die Klinge zunächst grob in Form gebracht, Zunderschicht und Unebenheiten werden entfernt. Anschließend folgt der eigentliche Schliff: Hohlschliff oder Flachschliff, je nach gewünschter Klingengeometrie. Mit zunehmend feinerem Schleifmaterial wird die Oberfläche verfeinert. Das abschließende Schärfen auf dem Wasserstein und dem Lederriemen bringt die Schneide auf eine Schärfe, die für den Kücheneinsatz geeignet ist. Schärfen ist eine Fertigkeit, die sich auch nach dem Kurs anwenden lässt.
Der letzte Schritt ist die Griffmontage. Sie wählen zu Beginn des Kurses zwischen Holz und Micarta als Griffmaterial. Holz bietet eine natürliche Optik und eine warme Haptik, während Micarta durch seine hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit und Robustheit überzeugt. Die Griffschalen werden auf die Angel der Klinge angepasst, gebohrt, mit Nieten oder Epoxidharz befestigt und abschließend geschliffen und geölt oder versiegelt. Das Ergebnis ist ein ergonomisch geformter Griff, der zur Klinge und zur Hand des Trägers passt.
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